Wer ist ein Rassekaninchenzüchter ? ? ?

 
Kaninchen zu züchten, so denken viele Anfänger, ist gewiss nicht schwer.
Ist doch die starke Vermehrung der Kaninchen geradezu sprichwörtlich !!!
Man lässt die Häsin eben mal decken und schon hat man eine große Menge an Jungtieren.
 
 
Es ist in den Kreisen der „Kaninchenhalter“ noch eine Menge an Aufklärung erforderlich, hier haben die organisierten Züchter (ZDRK) noch ein breites Betätigungsfeld, ihr Fachwissen zu vermitteln.
 
 
Denn wir Züchter, die im ZDRK organisiert sind, verstehen unter Züchten eine zielbewusste Auswahl der Zuchttiere mit besten Eigenschaften, welche nach unserem Ermessen einen gesunden, kräftigen Nachzucht gewährleisten.
Wir wollen durch die Zuchtwahl die Vorzüge der Eltern in den Nachkommen erhalten und falls es uns möglich ist irgendwie noch verbessern sowie etwaige Mängel zurückdrängen.
Eine sachgemäße Haltung in geräumigen und sauberen Stallungen und eine naturnahe Fütterung sind dabei eine selbstverständliche Voraussetzung.
 
 
Bevor wir uns mit dem Zuchtziel näher beschäftigen, möchte ich beschreiben, was ich unter Zucht verstehe.
Die beiden Wörter Züchter und Zucht werden oft sehr leichtfertig benutzt.
Das Paaren von zwei Tieren kann noch nicht als Züchten bezeichnet werden. Denn oft handelt es sich um eine planlose und wahllose Vermehrung. Das bedeutet für mich, dass nur derjenige züchtet, der aufgrund eines Zuchtplans arbeitet; d.h. der Züchter stellt ein Zuchtziel auf, welches er nicht aus den Augen verliert und ordnet seine gesamte Zuchtarbeit diesem Zuchtziel unter.
Vorbedingungen für die Erreichung des Zuchtziels ist es unter anderen:
 
a)     die Kenntnis des Einzeltieres, sowie die Beurteilung seiner Eignung;
 
b)     Auswahl und Auslese der Zuchttiere, Tiere mit unerwünschten oder unbefriedigenden Anlagen werden ausgemerzt; 
 
c)      Die Beurteilung der Erscheinungsform der Tiere erfolgt nicht nur nach dem Standard, sondern auch nach ihrem Erbwert;
 
d)     Die Führung und Auswertung der für eine ordnungsgemäße Zuchtarbeit notwendigen Vordrucke (Zuchtmeldungen, Abstammungsnachweise, Leitungsnachweise usw.)
 
e)     Das führen eines eigenen Zuchtbuchs, in dem detailliert einerseits die Verwandtschaftsverhältnisse der eingesetzten Zuchttiere nachzuvollziehen sind und andererseits alle positiven und negativen Eigenschaften der Zuchttiere und der Nachzucht festgehalten werden. Dabei sollten auch Anmerkungen über Fruchtbarkeit, Aufzuchtsverhalten, Widerstandsfähigkeit und Fressverhalten nicht fehlen.
 
 
Züchten ist also eine panvolle Auslese, der wertvollen Tiere für die Zucht, um Nachkommen zu erzielen, die besser und wertvoller als die Ausgangstiere sind. Erstrebenswert ist nicht die herausragende Leistung einzelner Individuen (sogenannte Blender), sondern die Sicherheit der Vererbung einer höheren Leistungsfähigkeit bei vielen Nachkommen.
Das all diese Zuchtziele nicht von einem rasselosen Tier erreicht werden können, sollte uns von Anfang an klar sein.
Bei Zuchtbeginn müssen an die Elterntiere schon gewisse Mindestanforderungen gestellt werden, um diese alle hier aufzuführen würde den Rahmen sprengen.
 
Der Weg der Zucht ist steinig und mühsam.
Wir sollten uns in unseren Zuchtzielen beschränken und eine Auswahl unter den erstrebten Zielen treffen, dabei können wir dann eine Reihenfolge der zu erreichenden Ziele treffen.
Die Reihenfolge ist schon wichtig damit man sich nicht verzettelt. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass bei einem Zuchtziel der Weg kürzer und sicherer ist, bei vielen gleichzeitigen Zuchtzielen dagegen mit einen langen und unsicheren Weg gerechnet werden muss.
Zuchtziele, die nur in Äußerlichkeiten liegen, sind viel leichter zu erreichen, weil die Tiere leicht durch das Auge nach dem äußeren Bild beurteilt werden können.
 
© by Tatjana Ruthmann
 

 

Die Rassekaninchenzucht ein tolles Hobby

Viele die etwas älter sind, können sich noch an die Kaninchen der Großeltern oder Nachbarn erinnern. Es war immer ein tolles Erlebnis, wenn man diese Tiere füttern oder streicheln konnte oder durfte. Zu der damaligen Zeit hatten die Kaninchen noch einige andere wichtige Aufgaben, sie waren Woll- oder Fleischlieferanten und aus den Fellen wurde so manch wärmendes Kleidungsstück gefertigt.

Doch die Zeiten haben sich verändert. Viele Kleintiere wurden vom in den Urlaub fahren/fliegen, Fernsehen, Spielekonsolen und Computer abgelöst

Die Tiere müssen gefüttert und gepflegt werden und vielen ist diese Verantwortung schon zuviel. Leider finden sich in der Ferienzeit immer wieder ausgesetzte Kleintiere (Hunde, Katzen sowie Kaninchen usw.), die ihrer Familie in der Urlaubszeit lästig sind, ausgesetzt am Straßenrand. Doch wer in einem Verein organisiert ist, bei dem muss auch der Urlaub mit der Familie nicht zu kurz kommen. Denn ein Vertreter für die Fütterung und Pflege ist dort sicherlich leicht zu finden.

In ganz Deutschland gibt es ca. 175.000 Kaninchenzüchter die in Vereinen (ZDRK) organisiert sind. Auf den monatlichen Versammlungen werden Erfahrungen ausgetauscht und Schulungen durchgeführt. Es werden Probleme erkannt, diskutiert und behoben, denn gemeinsam geht vieles einfacher. Auch die Geselligkeit kommt auch nicht zu kurz, denn das Vereinsleben besteht nicht nur aus Rassekaninchenzucht.

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